Tipps für die Obstbaumpflege

Obstbaumschnitt

Das Wichtigste für Ihre Obstbäume ist der regelmäßige fachgerechte Obstbaumschnitt. Dieser hält Ihre Obstbäume gesund, sorgt für Vitalität, Stabilität, Nutzbarkeit, qualitativen und quantitativen Ertrag und Baumerhalt. Je nach Alter und Triebkraft kann man seine Obstbäume bis weit in den Frühling noch schneiden.

Die wichtigsten Punkte, die hier zu beachten sind:

  • nicht zu viel abschneiden (20-25% des Kronenvolumens sind d.R. das Maximum)
  • keine unnötig großen Schnittwunden erzeugen. Je länger diese zum überwallen brauchen, desto länger können Pilze und Viren in die Wunde eindringen
  • Man kann sich viel Arbeit ersparen, wenn man dem Obstbaum ein wenig Freiheit in seiner individuellen, innewohnenden Architektur lässt. So wird man, wenn man ihm nicht eine bestimmte Form „aufdrängt“, nicht jährlich mit Massen an Wassertrieben bestraft.

Weitere Punkte, die man beim Obstbaumschnitt beachten sollte: Der Baum sollte eine ausgewogene Relation an Fruchtholz und Neutrieb besitzen, nicht zu dicht wachsen (sodass Licht und Luft auch das Innere der Krone erreichen), keine reibenden Äste haben, Partien sollten sich nicht überbauen, ausbruchgefährdete Partien sollten entlastet werden, bei Alternanz (starke Schwankung des Fruchtertrags im zweijährigen Rhythmus) kann man mit gezielten Eingriffen gegensteuern, u.v.m.

Es gibt auch regionale Fachfirmen für den Obstbaumschnitt.

 

 

Baumscheibe

Bei jungen, bis ca. zehn Jahre alten Bäumen ist es sinnvoll, die Baumscheibe im Durchmesser von etwa einem Meter zu harken oder zu mulchen, denn Rasen steht in Konkurrenz zu jungen Bäumen. Er nimmt v.a. Wasser aber auch Nährstoffe auf, die dem jungen Baum dann fehlen. Zur Begrünung kann man die Baumscheibe etwa mit wenig nährstoffbedürftigen Stauden oder Sommerblumen wie Kapuzinerkresse, oder auch anfangs noch z.B. mit Erdbeeren bepflanzen.

 

 

Stützen und Fixierungen

Bei Bäumen, die noch eine Baumstütze benötigen, sollte diese überprüft werden. Die Pfähle sollten fest im Boden verankert sein. Die Fixierung sollte nicht zu fest um den Baumstamm sein (dabei das diesjährige Dickenwachstum mit einkalkulieren). Das Gleiche gilt für die Fixierung sonstiger Anbringungen wie Vogelhäuschen, Insektenhotels, Schaukeln etc. Diese würden sonst das empfindliche Kambium würgen und im schlimmsten Fall ganze Äste absterben lassen. Bei allen Anbringungen außerdem darauf achten, dass keine Reibstellen verursacht werden. Am besten eignen sich hierfür Materialien wie Kokosfaser o.Ä.

 

 

Prävention Krankheiten und Schädlinge

Ein Schädlingsbefall ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass etwaige Rand- und Umweltbedingungen den Baum bereits im Vorfeld geschwächt haben. Den Baum stärken und Krankheiten und Schädlinge vorbeugen kann man z.B. durch folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßiger fachgerechter Obstbaumschnitt
  • Anlegen einer Baumscheibe bei jungen Bäumen
  • Bei großer Trockenheit reichlich wässern
  • Naturnahe, für Nützlinge geeignete Umgebung schaffen bzw. erhalten, mit z.B. Nützlingswiesen, Brachflächen, Sand- und Steinhäufchen, Wildhecken, Insektenhotels, Benjeshecken, etc.
  • Bei Gefahr von Blattlausbefall Ohrwurmhäuschen am Obstbaum anbringen (kleinen Tontopf mit Stroh gefüllt nach unten hängend im Obstbaum platzieren)
  • Leimringe sind nach Möglichkeit zu vermeiden, da sie auch für alle Nützlinge eine tödliche Falle darstellen. Geraten wird eine Anbringung nur wenn es wirklich notwendig ist und dann nur für den notwendigen Zeitraum
  • Je nach Bedarf leisten natürliche Dünger oder Spritzmittel wie Ackerschachtelhalmsud oder Brennnesselsud beste Dienste
  • Als Pflanzenstärkung kann bei Bedarf im späten Frühjahr z.B. etwas Reifkompost oder Pferde- Rinderdung mit Hornspäne gemischt im Feinwurzelbereich ausgebracht werden
  • Gegen eine Ausbreitung bestimmter Pilzarten hilft das Entfernen der Fruchtmumien und des Fallobstes sowie des Herbstlaubes als vorbeugende Maßnahme